ROSALIE MÜLLER

Als ich 17 Jahre Jung meinem Schatz 24 Jahre alt, mit voller Freude von der Schwangerschaft erzählte, war dieser alles andere als erfreut. Es stellte sich heraus mein Verlobter hatte eine Frau und ein Kind, die er auf keinen fall für mich verlassen würde. Schon da hatte ich das Gefühl der Machtlosigkeit und ausgeliefert zu sein. Wie dumm ich war ihm blind zu Glauben. Aber es war nichts auf dass was noch folgen würde.

 

Meine Eltern verachteten mich von nun an und schickten mich nach Thun ins Mutter-Kindheim Hohmad. Im März 1963 gebar ich meinen Sohn Mario. Er war mein Sonnenschein und alles was ich noch hatte. Um die Geburt abzubezahlen half ich im Heim in der Küche und konnte so meinen Sonnenschein pflegen. Dieser 6. April vergesse ich nie mehr. Ich komme in das Säuglingszimmer und in Marios Bettchen lag ein anderer Junge. Auf meine anfrage wo mein Bub ist, sagte man mir in einem ganz normalen ton, die Adoptiveltern haben ihn abgeholt, Sie wissen ja davon. Bei Gott ich wusste nichts. Nach meinem Wutanfall legte man mir die Papiere vor, welche meine Eltern Unterschrieben. Da ich noch nicht 18 Jahre alt war, konnte ich nichts dagegen tun. Mein vertrauen in die Menschheit und Gerechtigkeit ging an diesem Tag verloren. Meine Kraft und Gesundheit sind während den Jahrelangen Streitereien mit der Vormundschaft Behörde in Mitleidenschaft gekommen. Mein vertrauen in eine Beziehung zerbrochen. 

Bis heute weiss ich nicht wo Mario hinkam! Wie es Ihm geht? Wie er Aussieht? Was aus Ihm geworden ist? Wen ich mir die Männer ansehe die meinen weg kreuzen, dann denke ich: "Ist dass mein Mario? Sind dass meine Enkelkinder?"

Wenn ich ein Junges strahlendes Schwangeres Mädchen sehe, dann überkommt mich die Wut auf das System der damaligen Zeit. Niemand hat das Recht über ein Neugeborenes zu bestimmen, ausser die eigene Mutter.

  Zwangsadoption-Schweiz Mitglied    Rosalie Müller