CLAUDIA K.

Meine Adoptiveltern taten wohl alles was man als schönes Leben bezeichnen kann. Sie machten nie ein Tabu über die Adoption. Ich mag mich noch erinnern als meine Adoptionsmami kurz nach meinem 10. Geburtstag fragte: "Claudia möchtest du deine Mutter kennen lernen?" Nö, sagte ich damals und ging hinaus mit den anderen Spielen. Mami und Papi waren meine Eltern, warum sollte eine fremde Frau nun meine Mutter sein. Aber es sollte mir hin und wieder in den Gedanken aufkommen, nicht die zu sein, die ich in dieser Familie war. Insbesondere in der Pubertät, die bei mir schon heftig war, bekam meine Mami verletzende Sätze zu hören: "Du hast mir nichts zu sagen, du bist nicht meine Mutti."  

Meine Mami erinnerte mich bei meinem 18. Geburtstag abermals daran, meine Wurzeln zu suchen. Manchmal nervte sie mich damit. Ich war mit meinem Leben zufrieden und Glücklich. Und anderer Seitz gab es schon die Momente zu wissen wer meine Mutter war. Ich hatte vor der Situation des Treffens Angst und stellte mir die verschiedensten Charaktere meiner leiblichen Mutter vor. Was ist wen sie mich nicht kennen lernen will? Mich hässlich findet? Ich sie nicht mag? Was ist wen sie Krank ist? Etwas in mir sträubte sich vor dieser Begegnung und so schob ich dass Jahr für Jahr hinaus.

1995 gebar ich meinen Sohn. Dieses Kind der Liebe gab mir neue Fragen auf! Meine Schwiegereltern sind der Meinung der kleine sehe mir ähnlich und nicht meinem Ehemann. Der Sache wollte ich nachgehen und stellte fest das es keine Fotos von meinen ersten drei Lebensjahre gibt. Ach ja, diese war ich im Heim. Vielleicht hat meine leibliche Mutter Fotos? Und so war es mein kleiner Junge der mich anspornte meine leibliche Mutter zu suchen.

Der Zeitpunkt war sehr ungeschickt. Was ich erfahren habe, nahm mir den Boden unter den Füssen weg. Ich konnte meinem Sohn nicht die Mutter sein, die er in seinem ersten Lebensjahr gebraucht hätte. Die Liebe meines Mannes, meiner Adoptiveltern, meiner leiblichen Mutter und mit psychologischer Hilfe, brachte mich schritt für schritt ins Leben zurück. Wie muss es da meiner leiblichen Mutter gehen! Unvorstellbar, die Kraft die Anna-Maria hat. Sie ist ein Teil von mir, meiner Familie und meiner Adoptions- Verwandten geworden. Ich bin Stolz und Glücklich auf Mami Rita und Mutter Anna-Maria und meine Familie.

ehemalige Adoptierte:   Claudia K. geburtsname Doris B.