FRANZISKA A.

Als mein Verlobter und ich, uns beim Standesamt für die Hochzeit anmelden wollen, wurde mir in einen normalen-nüchternen Ton gesagt: "Fräulein Krebs adoptierte Schwander....". Ich realisierte erst gar nicht was das bedeutete. Als ich mir der Worte bewusst war, hat mein Verlobter schon reagiert und meinte: "Schatz hast Du mir etwas verschwiegen!" Unseren Termin für die Standesamtliche Trauung kam trotz der Erkenntnis Adoptiert zu sein zustande.

Ich hatte nun die Antwort auf meine vielen Gedanken; Gedanken über: "wer bin ich, gehöre ich hier hin! bin ich normal!" Gedanken die mich zeitlebens begleiteten. Eine Antwort von meinen Adoptiveltern erhielt ich nie, diskutiert wurde aber über vieles. Meine Adoptiveltern taten alles für mich und dennoch war eine gewisse durchsichtige Wand zwischen uns. An Materiellen Geschenken mangelte es nicht. Ich kann mich aber an keinen Tag erinnern mal in die Arme genommen worden zu sein. Ich habe viel meinen Adoptiveltern zu verdanken, aber auch diese kälte von Zuneigung vererbten sie mir und diese vererbte kälte zerbrach meine Ehe.

Meine leibliche Mutter war verstorben und mein leiblicher Vater lehnt einen Kontakt ab. Er ist heute im hohen alter in einem Pflegeheim. Meinen Adoptiveltern konnte ich bis jetzt nichts über die Tatsache berichten, dass ich bescheid weiss. Es würde Ihnen das Herz brechen. Im September 2013 konnte ich Einblick in die Akten meiner Mutter erhalten. "Fräulein A. J. neigt zu Unzucht." Da konnte ich mir noch keinen Zusammenhalt aufbauen. Doch die spätere aussage des Vormundes meiner Mutter:

 "Geschwängert von Bauer P. G. ...  Auf Gesuch von Bauer P. G. wird Fräulein A. J. die Niederkunft zur Adoption freigeben, da er nicht gedenkt seine Magd zu Heiraten."  

Da wurde mir bewusst weshalb mein leiblicher Vater kein treffen wünscht.

ehemalige Adoptierte   Franziska A.