BRUNO K.

Wir waren eine Glückliche Familie. Meine Frau und unsere zwei Buben, 1 1/2 und 4 Jahre alt und ich, Lastwagen-Chauffeur. Bis zu meinem Autounfall? Dadurch verlor ich die Arbeitsstelle und wurde zum IV Rentner. Erspartes hatten wir nicht und die Spitalkosten überstiegen unser Budget. So mussten wir bald einmal um Soziale Unterstützung anfragen. Wir waren einverstanden als man uns anbot, dass für eine kurze Zeit die Buben in eine Pflegefamilie kommen, damit meine Frau sich um eine Arbeitsstelle bemühen konnte und mich nebenbei pflegte.

Die Buben waren im nächsten Ort bei einem Kinderlosen Ehepaar, welche jeden Sonntag mit Ihnen bei uns vorbei kamen. Es schien Ihnen dort wirklich gut zu gehen. Der grosse erzählte begeistert von der Eisenbahnanlage in seinem Zimmer und den Fussballspielen, welche er mit dem Pflegevater besuchte. Die Pflegeeltern meiner Söhne wurden gute Freunde von uns und wir treffen uns Heute noch zum Jassen.

Gesundheitlich ging es mir schlechter. Bald einmal hiess es, unser kleiner Sohn komme in eine andere Familie. Trotz der weiten Distanz, Graubünden-Bern, stimmten wir mit einer Unterschrift zu. Der Ältere nun 5 Jahre alt, nahmen wir nach Hause. Vergebens warteten wir auf Antwort, wann wir den unseren kleinen Sohn sehen können. Nach drei Monaten hiess es, dass sei nicht möglich, da er adoptiert sei, hätten wir alle Rechte auf Ihn abgegeben. Meine Frau und ich begriffen das Geschwätz um Aberkennung, Abtretung und Recht nicht. Ein Anwalt den uns Bekannte empfohlen hatten, konnte nur bestätigen was Dokumente wiederlegen.

Man hat uns, unseren damals 2 jährigen Sohn unter Heuchelei eines weiteren Pflegeplatzes, gestohlen. Wir hätten nie eine Adoption eingewilligt, geschweige Unterschrieben. Meine Frau verstarb an gebrochenem Herzen, einige Jahre darauf.

1989 stand ein kräftiger 33 Jähriger Mann vor der Haustüre und sagte, "Grüezi, I bi din Sohn". Dieser Tag lies all die Tage, die meine Frau und ich weinten, wieder hoch kommen. All die Schicksale die ich erlebte, war wie real vor meinen Augen und dennoch schloss ich meinen Sohn glücklich in die Arme.

Mit stolz bin ich Grossvater und geniesse jede Minute mit meinem Sohn, dessen Frau und den Grosskinder.

Zwangsadoption-Schweiz Mitglied   Bruno K.