BARBARA JAKOB

Um kein Aufsehen zu erregen, sollte ich mein Kind nicht im Spital, sondern in einem Heim für ledige Mütter in Thun, dem "Hohmad", zur Welt bringen und schon einen Monat vor dem Geburtstermin dorthin gehen.
Vor allem die Mutter war ziemlich darauf bedacht, die ganze Geschichte abzuschotten, für sie muss es immer und immer wieder peinlich gewesen sein, dass ausgerechnet eine ihrer Töchter ein uneheliches Kind hatte.
Anfang Oktober 1972 zog ich im Mutter-Kindheim Hohmad ein und bereits eine Woche darauf, am Sonntag, den 8. Oktober gebar ich meine Tochter Bettina.
Zwei Wochen nach der Geburt konnte ich das Mütterheim verlassen und dann begann der Terror erst recht. Ab diesem Zeitpunkt gehörte meine Tochter nicht mehr mir, sondern den anderen. ...

Bettina war nicht mehr meine Tochter. Ich musste jeweils richtig darum betteln, wenn ich Ihr auch einmal den Schoppen geben wollte. ...  

Es ist mein von Wille und Mut geprägtes Bedürfnis, endlich zu LEBEN und vielleicht einmal den Sonnenschein im Sinne von Lebensfreude, Liebe und Anerkennung zu Finden. Der Weg aus Sucht, Zwang und Depression war Steinig.           

Buchautorin: Barbara Jakob

Barbara Jakob und Tochter Bettina
Barbara Jakob und Tochter Bettina