Kinderlose Ehepaare wünschen sich ein Kind. Um diesen Wunsch zu erfühlen kommt eine Adoption in Frage.
Bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts spriessten Vermittlungsstellen wie Pilze aus dem Boden.
Neugeborene wurden an zahlungskräftige Adoptionswillige als Ware verkauft. Je mehr Wunsch Faktoren überein stimmten, desto teurer war ein Baby.
Profiteure waren Führungspersonal und Institutionen. Wie Vermittlungsstellen, Spitäler, Heime, Heimatgemeinden und Gemeinden, (Armen)-Vormundschaft, welche das Sorgerecht über das Mündel hatten.
Sie bereicherten sich mit dem Verkauf, der unter Willkür weggenommenen Babys und durch einsparen des Kostgeldes an Kinderheime und Pflegeeltern, profitierten Gemeinden, die für Kostgeld aufkommen mussten. 

TERRE DES HOMMES

Zwangsadoption-Schweiz hat Kenntnis von Adoptionsvermittlungen durch Terre des Hommes welche im Herkunftsland der Kinder gravierende Fehler begangen wurden. Ob Terre des Hommes sich dieser Willkür von Kindswegnahme bewusst war/ist kann bislang nicht Belegt werden.

 

Die internationale Adoption war seit Anfang der 1960er Jahre Teil der Aktivitäten von Terre des Hommes. Die Organisation begleitete Adoptionseltern und nicht selten diese mit auftretteten Kultur Schwierigkeiten konfrontiert und das angenommene Kind wurde anderweitig Platziert.

 

TERRE DES HOMMES GIBT BEKANNT:

Terre des Hommes wird keine Adoptionen mehr durchführen

In der internationalen Adoption fand ein grosser Wandel statt. Die Kriterien und Anforderungen an Adoptierende wurden einerseits strikter zum Wohl des Kindes und die Anzahl der Adoptionswilligen ist stark rückläufig und das Profil der Kinder, die für eine internationale Adoption freigegeben werden, unterscheidet sich heute deutlich von den Erwartungen künftiger Eltern. Andererseits haben Strukturveränderungen in einigen Ländern wie beispielsweise Indien zur Folge, dass wir unsere Verantwortung den Kindern und Adoptiveltern gegenüber nicht mehr wahrnehmen können.

In diesem sich wandelnden Kontext wird Terre des Hommes künftig nicht mehr als Adoptionsvermittlerin auftreten.

Terre des hommes: "Wir werden uns aber weiterhin für den Kinderschutz einsetzen und dabei dem Verbleib der Kinder in den Familien, ihrer Rückkehr zur Familie oder aber alternativen Betreuungsmöglichkeiten wie Pflegefamilien im Herkunftsland selbst den Vorzug geben. Seit einigen Jahren schon beobachten wir einen regelmässigen Rückgang internationaler Adoptionen. Davon betroffen sind alle Aufnahmeländer, sowohl in Nordamerika als auch Europa. Der Verbleib des Kindes in seiner leiblichen Familie, Alternativen zur Institutionalisierung der Kinder und die Zunahme nationaler Adoptionen sind teilweise für diese Abnahme verantwortlich. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurden 2004 rund 24’000 Kinder aus anderen Ländern adoptiert. 2011 zählte man nur noch 9300 internationale Adoptionen."

Terre des hommes  6 März 2013

 


SERAPHISCHES LIEBESWERK

Das Seraphische Liebeswerk ist das Kinderhilfswerk des Kapuzinerordens
Das Hilfswerk wurde 1889 von Pater Cyprian Fröhlich, einem bayerischen Kapuziner, zusammen mit den Vorständen des weltlichen Drittordens, Barbara Hartmann und Friedrich Kleckner, im Kapuzinerkloster in Ehrenbreitstein gegründet. Die Anregung dazu kam von Matthäus Müller, dem damaligen Direktor der "Knaben-Rettungsanstalt" in Marienhausen und Redakteur des "Franziskusblattes".

 

Ziel des Vereins war es, den zahlreichen "armen und verwahrlosten Kindern" Unterkunft, Versorgung und Ausbildung zu bieten

Pater Cyprian konnte bis zu seinem Tod im Jahr 1931 solche Werke in insgesamt zehn Ländern Europas und in den USA mit 41 eigenständigen Abteilungen ins Leben rufen. Heute lebt und wirkt das Seraphische Liebeswerk nur noch in den deutschsprachigen Ländern weiter. In Deutschland, Österreich und der Schweiz.

  • Kinder- und Jugendhilfe St. Gallen, vormals Seraphisches Liebeswerk St. Gallen
  • Seraphisches Liebeswerk Luzern
  • Seraphisches Liebeswerk Solothurn

 

Wie das Beispiel von dem Kind Beatrice zeigt, diente das Seraphische Liebeswerk als Vermittlungsstelle für Adoptionen. Leibliche Mütter befragte man nicht. Die Aussage von Behörden, sprich dem Vormund des Kindes reichten um eine Adoption zu vollziehen. 

Als Vermittler erwirtschaftete das Seraphische Liebeswerk tausende von Franken.

Dokument erhalten von der Autorin Ursula Lang. Buch: Landuf, Landab und Liederlich


HEILSARMEE

Die Heilsarmee entsteht zur Zeit der industriellen Revolution in den Armenvierteln in Ost-London. Gründer der Bewegung ist der Engländer William Booth (*1829-1912). Mit seiner Frau Catherine erkennt er, dass Menschen in sozialem Elend nicht mehr in die Kirche gehen. Deshalb geht Booth als Prediger und Helfer zu ihnen. Sein Grundsatz: sowohl die seelische als auch die materielle Not der Menschen lindern. 

 

In der Schweiz beginnen Versammlungen der Heilsarmee im Jahre 1882

Die Bewegung trifft auf grossen Widerstand, wird anfangs in manchen Kantonen verboten. Schliesslich überzeugt die Heilsarmee mit ihren Werken, insbesondere auch der Aufnahme von Kindern und gefallener Mädchen in den dafür errichteten Heimen. Sie geniesst bald sowohl Sympathie in der Bevölkerung als auch Anerkennung bei den Behörden.

 

Auch die Heilsarmee stellt sich der Vergangenheit ihrer Kinderheime

In wieweit die Institution Heilsarmee bei (Zwangs)-Adoptionen beteiligt war, ist nicht schriftlich belegbar. Laut mündlichen Quellen von sogenannt "gefallenen Mädchen", sei die Heilsarmee Mittäter und bei Adoptions-Vermittlungen von Kleinkinder beteiligt gewesen.

Heilsarmee Entschuldigt sich und leistet Aufarbeitung

Sie will Menschen, denen in ihrer Kinder- und Jugendzeit in einer Heilsarmeeinstitution Unrecht geschehen ist, die Möglichkeit bieten, die häufig mit Scham behafteten und deshalb verschwiegenen Erlebnisse aufzuarbeiten. Es ist ihr ein Anliegen, betroffenen Menschen Gehör, Verständnis und Beratung Anzubieten und sich für das Verhalten und die erzieherischen Methoden früherer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu entschuldigen.
Heilsarmee arbeitet ihre Heimvergangenheit auf

Heute leitet die Heilsarmee in der Schweiz 34 soziale Institutionen, 22 Sozialprojekte wie Mittagstische, Beratungsstellen usw., 57 Gemeinden (Korps), 22 Brockis und noch vieles mehr an.  

Weltweit ist die Heilsarmee in 126 Ländern vertreten. Ihr internationaler Sitz ist in London. Sie wird von General André Cox geleitet. 


LITERATUR

  • Gerda Baumann, Yvonne Züger: Hundert Jahre Kinder- und Jugendhilfe Seraphisches Liebeswerk Sankt Gallen: von der Laienhilfe zur professionellen Sozialarbeit.Ostschweizerische Schule für Sozialarbeit, Diplomarbeit Sankt Gallen 1990.
  • Wolf Gaudenz: 50 Jahre Seraphisches Liebeswerk Luzern 1894-1944. Brunner-Schmid Luzern 1944.
  • Schwesterngemeinschaft SLS Antoniushaus Solothurn: Sich mit Gott und den Menschen einlassen: 70 Jahre Seraphisches Liebeswerk Solothurn. SLS Solothurn 1989.
  • Seraphisches Liebeswerk Graubünden: 100 Jahre Seraphisches Liebeswerk Graubünden 1896 - 1996: Kinder- und Jugendhilfe. SLW Graubünden Domats-Ems 1996.
  • Seraphisches Liebeswerk Solothurn 1919-1969. Seraphisches Liebeswerk Solothurn 1969.
  • Karin von Wartburg: "Caritas Christi urget nos". Das Seraphische Liebeswerk und seine Fürsorgetätigkeit in der Zwischenkriegszeit. Liz.-Arb. Basel 2004

Wir freuen uns wen Sie Periodisch diese Seite besuchen.

Sie wird laufend ergänzt mit Berichten über ehemalige Adoptionsvermittlungsstellen.