EIN LEBENSLANGES VERMÄCHTNIS DES SCHMERZES UND DES LEIDENS

Wann gedenkt die Schweizer Regierung sich offiziell für die erzwungenen Adoptionen von hunderten - gar tausender Babys, Kleinkinder und Kinder, um Entschuldigung zu Bitten.

Hunderte von Müttern, respektive Vätern die enormen Druck ausgesetzt wurden und die zumeist als Kinder von minderjähriger, unverheirateter und armer Frauen zur Welt gekommen waren.

Dass die Kinder seit der Einführung des Adoptionsgesetz von 1912 bis in die 80er Jahre ihren Müttern, respektive Vätern, weggenommen worden sind, hat «ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens» verursacht.

 

Bei Ihnen, den Müttern, respektive den Vätern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl

gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch ausgesetzt waren; erwarten wir Opfer eine offizielle

«um Entschuldigung bitten» durch den Bundesrat.


«ICH BITTE SIE VON GANZEM HERZEN UM ENTSCHULDIGUNG»

Bern  Kulturcasino, den 11. April 2013                              

Die Geschichte der Zwangssterilisation, Zwangsadoption, administrativ Versorgten, Heimkinder, Kostgeldkinder, Verdingkinder, Pflegekinder, Jenischen, Schwabenkinder, Spazzacamini, Medikamentenopfer und Psychiatrieopfer ist ein dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte. Lange hat es gedauert, nun hat sich der Bundesrat durchgerungen:

Die Landesregierung bittet die Betroffenen für erlittenes Leid und Unrecht um Entschuldigung

«Es ist an der Zeit, dass wir etwas tun, was man Ihnen allen, den ehemaligen Verdingkindern und den weiteren Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen bisher verweigert hat»,

sagte Sommaruga.

«Für das Leid, das Ihnen angetan wurde, bitte ich Sie im Namen der Landesregierung aufrichtig und von ganzem Herzen um Entschuldigung.»

Eine Aufrichtige Entschuldigung wäre es, wenn der Bundesrat alle Opfergruppen beim Namen nennen würde.

Zürich, den 2.3.2014

srf 1 um 11 Uhr, Sternstunde

Norbert Bischofberger im Gespräch mit der Bundesrätin  Bundesrätin Sommaruga: Ein Herz für Verdingkinder


ENTSCHULDIGUNG AN ADMINISTRATIV VERSORGTE

Gedenk-Veranstaltung Gefängnis Hindelbank

In den 1940er bis in die 80er Jahren wurden junge aufmüpfige Frauen ohne Vergehen wie Straffällige weggesperrt. Beispielsweise ins Frauengefängnis Hindelbank. Der Bundesrat entschuldigt sich im Rahmen einer Gedenk-Veranstaltung offiziell.

AFZFG TRITT IN KRAFT

1. April 2017

Bundesgesetz über die AUFARBEITUNG DER FÜRSORGERISCHEN ZWANGSMASSNAHMEN VOR 1981- AFZFG tritt in Kraft.

Opfer und Betroffene von FSZM steht ein "finanzieller Solidaritätsbeitrag zu.

Für die Einreichung der Gesuche ist eine Frist von einem Jahr ab Inkrafttreten des Gesetzes vorgesehen. Letztmöglicher Termin für die Einreichung eines Gesuches wird der 31. März 2018 sein. Falls die Wiedergutmachungsinitiative zurückgezogen und das Referendum gegen das Gesetz nicht ergriffen wird oder aber nicht zustande kommt, werden die notwendigen Unterlagen und Informationen ab Ende November 2016 auf dieser Webseite (www.fszm.ch) verfügbar sein. Ab Anfang 2017 können die Gesuche dann bei der zuständigen Stelle des Bundes (voraussichtlich das Bundesamt für Justiz) eingereicht werden. Die kantonalen Anlaufstellen unterstützen die Opfer beim Ausfüllen der Gesuchsformulare. Zudem kann bei der Suche nach Akten die Unterstützung der Archive in Anspruch genommen werden.