SUIZID - und die Zurückgelassenen Verwandten und Bekannten
Annina Furrer fütterte mit ihren Kindern die Möwen – gleichzeitig sprang ihr Adoptivbruder von einer Brücke, nahm sich das Leben. 18 Jahre zuvor hatte auch ihre jüngere Schwester Suizid begangen. Der tiefe Schock und die traumatischen Erinnerungen an damals brachten die dreifache Mutter und Filmemacherin an ihre Grenzen. Was hat ihre Geschwister dazu getrieben, aus dem Leben zu scheiden? Ab wann rieselte der Sand in das scheinbar intakte Familiengetriebe? Furrer begibt sich in ihrem Film «Dem Himmel zu nah» auf Spurensuche ihrer traumatischen Familiengeschichte.

Annina Furrer eine Zurückgelassene

 

CH-Dokumentation 93min.

Warum bringt sich ein Adoptierter um, der eine Glückliche Kindheit hatte? Auch in Adoptivfamilien, bei denen die Adoption prinzipiell aufgeklärt ist, ist dieses Thema oft mit einer Art Tabu belegt.
Adoptiert sein, bedeutet oft mit ganz vielen Fragen durchs Leben zu gehen, von denen viele nie beantwortet werden. Menschen, die bei ihren leiblichen Eltern aufwuchsen, können das meist nicht wirklich verstehen. Auch ist Adoption immer noch ein Tabuthema.
Filminhalt:
An einem Novembertag im Jahre 2009 stürzt sich Marius Furrer von der Berner Kornhausbrücke. Das Unglück lässt seine Schwester nicht los. In ihrer Unfähigkeit, Marius’ Entschluss zu respektieren, fängt sie filmisch nach den Bruchstellen in seiner Biografie zu suchen. Eindringlicher wie intimer Dokumentarfilm, in dem die Filmemacherin Annina Furrer den Verlust ihres Bruders thematisiert.

GENERATIONEN

VERERBTES TRAUMA

Manchmal wirken erlebte Traumata bis in die nächsten Generationen fort.

Es zeigen sich dann von der Grossmutter bis zum Enkel ähnliche Verhaltensmuster.

Sie zu durchbrechen ist nicht einfach.

Aufklärungsfilm - Das weitergegebene Trauma


LISA UND YVONNE

DVD Dokumentarfilm 75 Min 

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit der Psychologin und Filmemacherin Jeannette Fischer.
Lisa hat sich für diesen Film ausgesprochen, weil sie persönlich grosses Interesse hat herauszufinden, welchen Teil ihres durchgemachten Lebens, ihrer Geschichte sie auf welche Art und Weise ihrer Tochter weiter gegeben hat.
Yvonne möchte einem mehr sozialpolitischen Aspekt Bedeutung verleihen und Fragen aufwerfen wie: „warum eine Mutter, die ein amputiertes Herz hat, keine Hilfe bekommt und weiter alles alleine mit sich auszumachen hat?“
Erkennen und Verstehen des Transgenerationellen Prinzips: wie wird Erfahrung in die nächste Generation tradiert

LISA: «Ich musste meiner Tochter gestehen, dass sie alles für mich ist im Leben, aber sie richtig lieben, nein, das kann ich nicht, ich kenne dieses Gefühl gar nicht».
YVONNE: «Meine Mutter erzählte mir als kleines Kind ihre Leidensgeschichte. Ich habe diese nochmals gelebt. Ich musste sie mitessen, verdauen, manchmal kotzen, nochmals essen ... es war schlimm».

JEANNETTE FISCHER: Im Jahre 2004 machte das SF1 in CH-aktuell einen Aufruf, ehemalige Verdingkinder mögen sich melden. Das Nationalfondsprojekt unter Prof. Ueli Mäder, Soziologisches Institut Basel, interviewte daraufhin 300 Personen von 2005 bis 2008. Ich wurde angefragt, fünf Interviews auf Video aufzuzeichnen.
So lernte ich LISA Götz und später ihre Tochter YVONNE, die Protagonistinnen unseres Filmes, kennen. Lisa wurde als Neunjährige zwischen 1958 und 1962 in drei Pflegefamilien im Kanton TG verdingt; die Unmöglichkeit einer emotionalen Bindung zwischen Mutter und Tochter berührte mich sehr.
Das soziale Gewebe der ehemaligen Fremdplatzierten wurde zerstört und damit das Vertrauen in die menschliche Beziehung in ihren Grundstrukturen zutiefst erschüttert.
Wir können nicht davon ausgehen, dass ein Trauma mit dem Ende der traumatischen Situation abgeschlossen ist. Die strukturelle Zerstörung in Beziehung bleibt bestehen und das Problem wird TRANSGENERATIONELL übertragen.

Der Film leistet einen Beitrag, soll diesem Thema Raum gegeben werden.
Vertrauen in Beziehung zu ermöglichen: zwischen Eltern und Kindern, zwischen den Generationen, indem er aufzeigt, wie das Gesetz des Transgenerationellen, des ungewollten und unbewussten Weitergebens von Erfahrung in die nächste Generation, funktioniert und welche Möglichkeiten mit dieser Erkenntnis eröffnet werden.

Lisa und Yvonne


FÜRSORGERISCHE ZWANGSMASSNAHMEN

FÜR DAS LEID WAS IHNEN ANGETAN WURDE; BITTE ICH SIE IM NAMEN DER LANDESREGIERUNG AUFRICHTIG UND VON GANZEM HERZEN UM ENDSCHULDIGUNG


BUNDESRÄTIN SIMONETTA SOMMARUGA ZU GAST IN SRF-STERNSTUNDE
Norbert Bischofberger im Gespräch mit der Bundesrätin.
SRF - Sternstunde Philosophie vom 02.03.2014. 
57 Minuten.

SCHMERZHAFTE SPURENSUCHE   

Hier sind einige von vielen Opfern Fürsorgerischer Zwangsmassnahmen.

Ihre Erzählungen gehen unter die Haut.

Über Zwangssterilisationen und Erpressungen

Jeannette Marfourt berichtet

Uschi Waser berichtet


DIE DUNKLE SEITE DER KIRCHE

Kinder wurden in der Schweiz während Jahrzehnten systematisch den Eltern weggenommen und in Heime gesperrt. Heime, wo sie von Nonnen teilweise schwer misshandelt wurden. Aber während im Nationalrat bereits die Wiedergutmachungs-Initiative diskutiert wird, warten Opfer schweizweit noch immer auf eine erste Entschuldigung seitens beschuldigter Nonnen-Orden

Dokumentarfilm - Die Schuld der Nonnen


MEDIKAMENTENTESTS IN ZÜRICHER PSYCHIATRIE

Rund 1000 Personen wurden ab den 1950er- bis in die 1980er-Jahre in der Zürcher Psychiatrischen Klinik Burghölzli mit medizinischen Substanzen getestet. Dies zeigt eine Dissertation, die Schweiz aktuell vorliegt. Laut Historikerin Katharina Brandenberger geschah dies teilweise gegen den Willen der Patienten.


LOSLASSEN UND VERZEIHEN HILFT HEILEN 

Philipp Gurt in der TV-Sendung Aeschbacher
erlebte als Kind und Jugendlicher eine beispiellose «Heimkarriere»: Gewalt, sexueller Missbrauch, Jugendhaftanstalten und Zwangspsychiatrie haben sich in die Seele des Bündners eingebrannt. Dennoch sieht sich der heute 42-Jährige keineswegs als Verlierer. Im Gegenteil – sein Credo lautet: «Manches Opfer ist viel stärker als der Täter.»


KRITIK AN KINDERHEIME

Nachdem in Anstalten und Heimen untergebrachte Jugendliche, unterstützt von Angehörigen der 1968er-Bewegung und von progressiven Sozialarbeitenden, im Lauf der so genannten Heimkampagne gegen ihre Behandlung protestiert hatten, strahlte das Schweizer Fernsehen diese kritische Reportage aus.

STEREOTYPEN UND SEELISCHE BEEINTRÄCHTIGUNG
Die Zürcher Kinderärztin Marie Meierhofer (1909-1998) dokumentierte in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren die Folgen der mechanischen Abfertigung von Kleinkindern in Heimen mit Filmaufnahmen.
Die Kleinkinder zeigten Stereotypien, Rückzug, seelische Beeinträchtigungen. Diese Schädigungen nannte Frau Meierhofer, Hospitalismus. Ihre Forschungsergebnisse publizierte Sie zusammen mit Wilhelm Keller im Buch "Frustration im frühen Kindesalter"  im Jahr 1966.

BÜRGERLICHES WAISENHAUS BASEL

Ein Dokumentarfilm über das bürgerliche Waisenhaus Basel

Schweizer Fernsehen, 29. September 1962.
Für die damalige Zeit war das bürgerliche Waisenhaus Basel relativ fortschrittlich. Beachtlich der Hinweis auf die hohe Zahl von Kindern im Waisenhaus, die gar keine Waisen, sondern unehelich geboren oder Scheidungskinder waren.


FREMDENLEGIONÄR 5720

Leonhard B., Schweizer Verdingbub, haut mit 18 Jahren ab und landet in der Fremdenlegion. Als Kavallerist erlebt er die Unmöglichkeit, mit Pferden gegen Panzer und Flugzeuge zu kämpfen. Er wird verwundet, wird Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie des dritten Reiches. Nach mehreren Fluchtversuchen gelingt ihm der Anschluss an die Partisanen Titos. Die Kämpfe sind aufreibend, Läuse, Kälte und Dreck anstrengend. Essen, Schuhe, Kleider, trockene Schlaforte sind Mangelware. Er erlebt, wie nach drei Monaten Ehe seine Frau im Lazarett umgebracht wird. Trotz aller Wirren und Schrecken verlässt er sich in jeder Situation auf seine eigene Urteilsfähigkeit und handelt nach seinem Gewissen. 27 jährig, zurück in der Schweiz, steht er vor dem Divisionsgericht und wird freigesprochen. Er bleibt ein Einzelgänger und arbeitet in verschiedenen Transport- und Bauunternehmen. Heute lebt er, 94 jährig, im Heim der Fremdenlegion in Südfrankreich.
Die Frage, ob er immer wieder lediglich Glück, ob er einen Schutzengel, oder ob er ein ausgeprägtes Gespür für das richtige Einschätzen von Situationen und hilfreiche Auswege gehabt hat, bleibt offen. Auch Antwort auf die Frage, ob es eine letztendliche göttliche Kraft gebe, sucht er bis heute für sich zu finden.


FRIEDRICH GLAUSER

in 8 Teile. Sehr empfehlenswert. 

Irrenhaus Münsingen 1934. Ruhig ist die Nacht und schwarz. Friedrich Glauser - Schriftsteller, Dadaist, Fremdenlegionär, Morphinist - kommt aus dem Grübeln nicht heraus. Erinnerungsblitze rufen die Kindheit in Wien wach, den Vater, der ihn nie verstand, die geliebte Mutter, die starb, als er vier war. Wie schillernde Blasen tauchen Momente von damals auf und wollen nicht zerplatzen. Das Schreiben darüber wird zur weissen Magie, bildet die Brücke zwischen der Anstalt und der Welt draussen. Es entstehen Novellen und Kriminalromane. In der Person des Wachtmeisters Studer entwirft Glauser eine positive Vaterfigur, die ihn berühmt macht. Als er entlassen wird, führt Glauser mit seiner Freundin Berthe Bendel ein rastloses Leben zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer. Doch wo auch immer er neu anzufangen versucht, holt ihn die Vergangenheit ein. Er stirbt 42-jährig - einen Tag vor der geplanten Hochzeit ... Der Film von Christoph Kühn mit Zeichnungen von Hannes Binder ist eine magische Entdeckungsreise zu Friedrich Glauser (1896-1938), dem grossen, zwischen Rebellion und Resignation pendelnden Schriftsteller. Fotos, Texte, Zeichnungen, fiktive Szenen und Interviewpassagen sind kunstvoll verwoben – und tauchen Glauser, bei dem Leben und Werk stets eng verbunden waren, in ein überraschendes Licht.


KRIEGSKINDER

Ab November 1940 organisierte die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für kriegsgeschädigte Kinder sogenannte Kinderzüge, die kriegsversehrte Kinder aus Frankreich in die Schweiz brachten. In dieser Arbeitsgemeinschaft waren mehrere Schweizer Hilfswerke zusammengeschlossen, unter anderem Pro Juventute, Caritas, das Schweizerische Arbeiterhilfswerk und der Schweizerische Katholische Frauenbund. Die Kinder wurden während dreier Monate bei Gastfamilien untergebracht, wo sie sich von den widrigen Umständen in ihrer Heimat erholen konnten. 

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UNERHÖRT JENISCH

Er ahnt seine jenischen Wurzeln: Stephan Eicher. Die Spur führt in die Bündner Berge, zu den einst zugewanderten Familien und ihrer legendären Tanzmusik. In diesen jenischen Familien lebt eine unbekannte Musiktradition; sie prägt die Schweizer Volksmusik, sucht den Blues, brilliert als Chanson oder rebelliert im Punk. Der Film erzählt aber auch eine Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung, welche die Musikanten schweigen liess.



DIE VERGANGENHEIT KANN MAN NICHT ENTSORGEN

DIE UNBARMHERZIGEN SCHWESTERN

Die Umerziehung zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft begann mit einer Lüge, im Namen des Herrn.

Viele ehemalige Heimkinder verstanden die Botschaft des Films, begriffen, dass die Traumata ihrer Kindheit auch deshalb oft noch heute andauern, weil es hier zu Lande kein breites öffentliches Bewusstsein, keine Aufarbeitung ihres Schicksals gegeben hat. Jetzt wollen sie reden über jene, die sie heute noch in ihren Träumen verfolgen und die der deutsche Filmtitel benennt: "Die unbarmherzigen Schwestern".


NEBEL IM AUGUST

Der 13 jährige jenische Ernst Lossa entspricht wie viele andere nicht der nationalsozialistischen Rassenideologie. Der aufgeweckte und rebellische Junge wird von Heim zu Heim weiter geschickt und schliesslich als schwer erziehbar eingestuft und in die Nervenheilanstalt von Dr. Walter Veithausen abgeschoben.
Nach einigen scheinbar zufälligen Todesfällen unter den Patienten wird Ernst klar, dass die Heilung der Insassen in dieser Institution nicht oberste Priorität hat.

Die Schweiz hat zur Nazizeit viele Jenische nach Deutschland abgeschoben und sie dort ihrem Schicksal überlassen.


DER VERDINGBUB

Es gibt über 100'000 solcher Geschichten!

Das ist meine!


SCHWABENKINDER

Als Schwabenkinder oder Hütekinder wurden die Bergbauernkinder aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol, der Schweiz und Liechtenstein bezeichnet, die alljährlich im Frühjahr durch die Alpen zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben zogen, um dort als Arbeitskräfte für eine Saison an Bauern vermittelt zu werden.
Das „Schwabengehen", das seine ersten Erwähnungen bereits im 16. und 17. Jahrhundert findet, erlebte im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Es wird geschätzt, dass damals jährlich fünf- bis sechstausend Kinder auf Höfen in der Fremde als Hütejungen, Mägde oder als Knechte arbeiteten. Hintergrund waren die äußerst geringen Bodenerträge und die damit verbundene Armut, die die Eltern dazu trieb, ihre zahlreichen Kinder in die Fremde zu schicken.
Die Wege aus Tirol und Vorarlberg bzw. aus der Schweiz nach Oberschwaben waren lang und beschwerlich. Für einen Teil der meist 5- bis 14-jährigen Kinder führte er über Bergpässe wie den Arlberg, die im März noch von Schnee bedeckt waren und die viele mit schlechtem Schuhwerk und dürftiger Kleidung zu überwinden hatten.
Meist war ein Erwachsener ihre Begleitperson, er sorgte dafür, dass sich die Kinder in warmen Ställen zum Schlafen niederlassen konnten und der auf den Märkten die Preise aushandelte.
Mit dem Bau der Arlbergbahn 1884 wurde die Reise für die Tiroler Kinder erleichtert.


SPAZZACAMINI

Giorgio lebt mit seiner Familie bescheiden und glücklich in einem Tessiner Bergdorf. Doch da verunfallt seine Mutter. Sein Vater weiss nicht, wie er den Arzt bezahlen soll. In höchster Not beschliesst er, den 14-jährigen Giorgio dem «Mann mit der Narbe» zu verkaufen. Dieser bringt ihn zusammen mit anderen Jungen nach Mailand, wo sie alle als Kaminfeger arbeiten sollen. Immerhin ist Giorgio nicht allein: Alfredo teilt das gleiche Schicksal wie er und macht ihm Mut.
Die Wahre Geschichte basiert auf dem Jugendbuchklassiker «Die Schwarzen Brüder» von Kurt Held und Lisa Tetzner.


DIE KINDER DES MONSIEU MATHIEU

ein französisch-schweizerischer Film aus dem Jahr 2004. Er gehört zu den erfolgreichsten Filmen der vergangenen Jahre.

Als Drehbuchvorlage diente der Film La cage aux rossignols (Der Nachtigallenkäfig) von 1945.

Frankreich im Jahre 1949: Der arbeitslose Erzieher Clément Mathieu, fängt eine neue Stelle im Internat für schwer erziehbare Jungen an. Um die misstrauische, aufmüpfige Horde zu zähmen, schmiedet er den Plan einen Knabenchor zu gründen.



CAROL

Im New York der 1950er-Jahre führt Carol (Cate Blanchett) eine unerfüllte Ehe mit ihrem wohlhabenden Mann Harge (Kyle Chandler). Sie lernt die junge Therese (Rooney Mara) kennen, die in einem Kaufhaus arbeitet und von einem besseren Leben träumt. Auf einer gemeinsamen Reise entwickelt sich eine ganz besondere Bindung zwischen ihnen – und schließlich die große Liebe.
Harge will das neue Glück seiner Frau jedoch nicht akzeptieren. Er beauftragt einen Privatdetektiv damit, dem frisch verliebten Paar zu folgen und entscheidende Beweise für das laufende Scheidungsverfahren zu sammeln. Carol muss schon bald um das Sorgerecht ihrer geliebten Tochter kämpfen. Ihr Mann versucht es ihr mit allen Mitteln zu nehmen.

SITUATION IN DER SCHWEIZ

Dieser Artikel befasst sich mit der Situation von Schwulen und Lesben in der Schweiz.

In der Schweiz haben die Rechte des Einzelnen einen traditionell hohen Stellenwert. Gleichzeitig wird Privatheit als hohes Gut angesehen. Im öffentlichen Diskurs der Schweiz wird ein starker Gegensatz zwischen Stadt und Land wahrgenommen.

Homosexuelle Handlungen sind in der Schweiz seit 1942 legal. Ein höheres Schutzalter (20 Jahre statt 16 bei heterosexuellen Handlungen) wurde mit der Strafrechtsreform von Dezember 1990 aufgehoben. Staatliche Diskriminierung auf Grund sexueller Orientierung ist seit 2000 Verfassungsrechtlich explizit untersagt. Seit 2007 ist die Registrierung von homosexuellen Partnerschaften möglich (Partnerschaftsgesetz.)

In den beiden heutigen Hauptzentren Zürich und Genf besteht ein reichhaltiges Angebot schwuler und lesbischer Subkultur. In den Nebenzentren Basel, Bern, Luzern, und St. Gallen ist das Angebot übersichtlicher. Ausserhalb dieser Zentren werden Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.


DEM HIMMEL SO FERN

Spielfilm, Frankreich/USA 2002
104 Minuten
Entzauberung des Heile-Welt-Bilds der 1950er Jahre

Cathy Whitaker und ihr Mann Frank führen in den USA der 1950er Jahre eine Bilderbuch-Ehe. Aber dann findet Cathy heraus, dass Frank homosexuell ist. Trost und Rat findet sie bei ihrem Gärtner, dem Afroamerikaner Raymond. Ein Skandal, der bösartigen Klatsch auslöst.

Weitere information


LONG WALK HOME

Australisches Drama

Die beiden Schwestern Molly und Daisy Craig sind sogenannte Mischlingskinder – ihre Mutter ist eine Aborigine, ihre Väter sind weisse Wanderarbeiter. Werden 1931 von ihrer Mutter zwangsgetrennt und zusammen mit ihrer Cousine Gracie Fields in ein Erziehungsheim nahe Perth gebracht, rund 1500 Meilen von ihrem zuhause entfernt. Verantwortlich dafür ist der Chief Protector of Aborigines A.O. Neville, der westaustralische Leiter der Behörde für Aborigine-Angelegenheiten. Er verfolgt damit das ihm vom Gesetz vorgegebene Ziel, Aborigine-Kinder und Mischlinge durch Entfremdung von ihren Wurzeln besser zu Hausangestellten und Farmhelfern für die „weiße Herrscherklasse“ ausbilden zu können. Doch kurz nach ihrer Ankunft im Heim fliehen die drei Mädchen.


TOXI 1952

Eines Abends findet eine wohlhabende Hamburger Familie ein fünfjähriges Mädchen an der Türschwelle zu ihrer Villa. Ihr Name ist Toxi und sie ist Schwarz, Tochter einer (verstorbenen) weißen deutschen Frau und eines afro-amerikanischen GIs. Regisseur Robert A. Stemmle gelingt es, die in Deutschland in dieser Zeit bestehenden Vorurteile sowohl gegenüber „gemischten“ Ehen, als auch gegen die aus diesen Ehen hervorgegangenen Kinder detailgetreu offen zu legen. In einer Reihe meisterlich geschriebenen Szenen werden verschiedene deutsche Positionen über „Rasse“ und Rassismus mit beachtenswerter Ehrlichkeit und Offenheit behandelt. Gerade als die junge Toxi die Herzen der deutschen Familie erobert hat, erscheint ihr amerikanischer Vater, um sie in die USA mitzunehmen


EIN DORF SCHWEIGT

Der Film zeigt wie Familien, insbesondere Frauen mit dem Krieg klar kommen.

Mit 3 Kindern strandet die Schlesierin Johanna im Frühjahr 1945 in Hessen. Sie muss sich in einem kleinen Dorf durchbeißen, in dem einige Bewohner offenbar ein dunkles Geheimnis hüten...


MEINE FAMILIE, DIE NAZIS UND ICH

Heinrich Himmler, Hermann Göring, Amon Göth - diese Namen erinnern ewig an die menschenverachtenden Verbrechen der Nazizeit. Eine Last, die ihre Nachfahren noch heute tragen.

Wie leben die Kinder und Enkelkinder von Hitlers engsten Vertrauten heute mit ihrem Erbe?

In der Dokumentation von Regisseur Chanoch Ze'evi beginnen Kinder und Enkel der NS-Täter eine Aufarbeitung auf ganz persönlicher Ebene. So verschieden wie die Protagonisten des Films, so unterschiedlich sind auch die Wege, die sie gefunden haben, um mit ihrem schweren Familienerbe umzugehen.

Meine Familie, die Nazis und Ich 1  

Meine Familie, die Nazis und Ich 2      


ORANGES AND SUNSHINE

Nach einer wahren Geschichte. Grossbritannien - Australien

Die Sozialarbeiterin Margaret Humphreys aus Nottinham (gespielt von Emily Watson) deckt einen der grössten Skandale der britischen Geschichte auf.  "Home Children - Programm", mit dem die britische Regierung bis in die 1960er Jahre heimlich tausende Kinder aus armen Verhältnissen nach Australien und Kanada ausgewiesen hat. Sie kämpft gegen diese Ungerechtigkeit und diese juristischen Fehlentscheidungen und will tausende Familien wieder zusammen bringen.


MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER

Claude und Marie Verneuil, ein Ehepaar aus der katholischen Mittelklasse, sind ziemlich konservative Eltern, obwohl sie sich stets selbst dazu angehalten haben, weltoffen zu sein. Doch ihre Toleranz wird auf eine harte Probe gestellt, als ihre drei Töchter heiraten wollen: Die Zweit-Jüngste hat sich einen Muslimen als Ehemann auserwählt, eine andere Tocher will einen Juden ehelichen, und die Älteste hat sich in einen Chinesen verliebt. Nun ruhen all ihre Hoffnungen für eine kirchliche Hochzeit auf der jüngsten Tochter, die gerade - Hallelujah! - einen Katholiken kennengelernt hat


TABU SEXUELLER MISSBRAUCH

DIE HÄNDE MEINER MUTTER
Ein Familientreffen auf einem Schiff wird zum Wendepunkt im Leben des 39-jährigen Ingenieurs Markus. Als sein Sohn Adam (4) von der gemeinsamen Toilettenpause mit Großmutter Renate eine kleine Schnittwunde davonträgt, erinnert sich Markus zum ersten Mal daran, was seine Mutter ihm angetan hat, als er selbst noch ein Kind war. Markus und seine Frau Monika sehen sich mit einer undenkbaren Wahrheit konfrontiert, einem Vergehen, das man einer Mutter nicht zugetraut hätte.

AUF UND DAVON  "GESTOHLENE KINDER"

Spielfilm von Gianni Amelio. Italien, Frankreich, Schweiz 1992. 110 Minuten

Ein kleiner Junge sitzt im Treppenhaus eines tristen Mailänder Trabantenstadt-Wohnsilos und wartet. Seine Mutter hat ihm Geld in die Hand gedrückt, um ihn loszuwerden, aber vielleicht hat er damit kein Eis gekauft, sondern telefoniert. Er weiß, der Mann, der ihm beim Hinaufgehen freundlich über den Kopf gestrichen hat, besucht nicht die Mutter, vielmehr seine kleine Schwester. Als Polizeisirenen aufheulen, springt er hoch: Vielleicht hat er darauf gewartet.
So sind, in einer Bildfolge von behutsamster Lakonik, die Voraussetzungen der Geschichte erklärt, die erzählt werden soll, und sie beginnt ohne Umweg. Die Justiz in ihrer tiefen Weisheit steckt die Mutter, die seit Jahren ihr Kind prostituierte, ins Gefängnis und läßt das elfjährige Mädchen mit seinem neunjährigen Bruder in ein Heim überstellen - im mittelitalienischen Civitavecchia.
Zwei Polizisten sollen die Bahnfracht, die beiden Kinder, bewachen, doch der ältere macht sich schon beim ersten Zwischenhalt aus dem Staub, weil er wohl ahnt, daß ein solcher Transport nur Ärger bringt. In Wahrheit, das weiß man doch, interessiert sich der Staat einen Dreck für diese Kinder; am besten würde man sie auf einem Müllhaufen ausgesetzt ihrem Schicksal überlassen.
Der Carabiniere, an dem die Sache also allein hängen bleibt, ist leider zu jung, um hinreichend korrupt und abgebrüht und zynisch dafür zu sein. Er nimmt seine Aufgabe ernst, er will helfen, auch als ihm der christliche Heimleiter in Civitavecchia klarmacht, er werde die kleine Sünderin keinesfalls in den Kreis seiner Engelchen aufnehmen.


SCHWEIZER-EREIGNISSE DIE IN DIE GESCHICHTE EINGINGEN

FRAUENSTIMMRECHT

Erst ab 7. Februar 1971 dürfen  Schweizer Bürgerinnen Wählen gehen.

Seit der ersten schriftlichen Verfassung der Schweiz von 1798 gaben die Texte der eidgenössischen und der kantonalen Verfassungen nie ausdrücklich Aufschluss darüber, ob mit dem Begriff "Stimmbürger" nur Männer oder eben auch Frauen gemeint seien. Während vor 200 Jahren im damaligen gesellschaftlichen Kontext wohl selbst fortschrittliche Leute davon ausgegangen wären, dass die Frauen nicht mitgemeint seien, schien eine solche Interpretation gegen Ende des 20. Jahrhunderts in Westeuropa doch einigermassen unzeitgemäss.

Film zum Wahlgang

Meinungen zum Frauenstimmrecht


DAS JAHRHUNDERTBAUWERK - GOTTHARD

Frühjahr 1873. Täglich kommen neue Menschen aus ganz Europa in das kleine Bergdorf Göschenen im Kanton Uri. Sie wollen sich an der Arbeit am grössten und spektakulärsten Bau der Neuzeit beteiligen. Am Eisenbahntunnel durch den Gotthard. Wer nicht pariert, wird entlassen.

Während der Unternehmer und Visionär Louis Favre im "Zürcher Baur au Lac" gegenüber dem Schweizer Bundesrat wie auch den europäischen Investoren behauptet, die Bauarbeiten liefen nach Plan, kommt es im Tunnel immer wieder zu Rückschlägen. Der harte Granit zerstört die Bohrer, weiche Gesteinspartien lassen Teile des Stollens einstürzen. Die ersten Toten sind zu beklagen.

Dokumentarfilm Gotthard