Gesetze...

...sind da um einzuhalten.

...welche nicht dem Jetzt entsprechen, müssen Revidiert werden.

Die Adoption in der Schweiz ist die rechtliche Begründung eines Eltern-Kind-Verhältnisses zwischen dem Annehmenden und dem Kind ohne Rücksicht auf die biologische Abstammung.

Die Adoption ist im Schweizer Zivilgesetzbuch in den Art. 264–269 geregelt.

 

Die Auflistung aller Aufgaben, welche in der Schweiz jetzt Gültigkeit besitzen, können in der Adoptionsverordnung und hier eingesehen werden.


ADOPTION

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ADOPTIONSWILLIGE

Ich möchte ein Kind adoptieren: An wen kann ich mich für eine Adoption wenden?

Adoption eines Kindes: Voraussetzungen und Verfahren

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Wo Sie welche Zivilstandsdokumente bestellen müssen, hängt davon ab, welche Art von Dokument Sie brauchen.

AKTENEINSICHT

Akten, sofern welche bestehen, dürfen 10. Jahre nach dem Vollzug der Adoption vernichtet werden. Nicht so die Adoptionsurkunde, welche mehrfach ausgestellt wurde. Im Besitz der Adoptionsurkunde sind: Adoptivkind, Adoptiveltern, Heimatgemeinde. Bei Auslandadoption: Herkunftsland und Bundesarchiv für Adoption. Bei der Herkunftssuche helfen diese Organisationen


Adoptionsgesetz Artikel 264-269

Der Bundesrat hat am 28. November 2014 die Botschaft zur Revision des Adoptionsrechts verabschiedet, welches am 1. Januar 2018 in Kraft tratt.

Adoptionsgesetz stand 1.1.2018


Kinderannahme 10.12.1907 - 31.3.1973

Ein nationales Adoptionsrecht gibt es in der Schweiz, seit dem 1. Januar 1912, welches im Zivilgesetzbuch (ZGB) in Kraft gesetzt worden ist. Zuvor gab es Regelungen nur in einzelnen Kantonen.

Gedacht war Adoption damals als "ein Rechtsinstitut im Interesse der Adoptiveltern."  Dank Adoptionen von Nachkommen konnten kinderlose Ehepaare Name und Vermögen weitergeben.

Mit dem ZGB von 1912 wurde die Adoption Schweizweit einheitlich geregelt. Der entsprechende Abschnitt im Gesetzeswerk umfasste fünf Artikel, Art. 264-269 ZGB.

War mit Kindesannahme betitelt und beschrieb eine schwache, respektive offene Form der Adoption.

Eine Notiz aus dem Jahr 1921 sagt aus:

Das Kind gehörte mit der Kindesannahme somit zwei Familien an, was sich auch darin äusserte, dass die leiblichen Eltern ein Besuchsrecht beanspruchen konnten, das Ursprünglich auch durch Vertrag nicht Wegbedungen und nur durch die zuständige Behörde selbst entzogen werden konnte.

 

Die hier zitierte Formulierung der Artikel ist dem Schweizerischen Zivilgesetzbuch, Leipzig (Reclam) 1934 entnommen.

Laut Bundesamt für Justiz 2014, hat das alte Adoptionsrecht vor dem 1.4.1973 kaum Änderungen erfahren.

 

A. Voraussetzungen
I. In der Person des Annehmenden
264.

  • Die Kindesannahme ist nur solchen Personen gestattet, die wenigstens vierzig Jahre alt sind und keine ehelichen Nachkommen haben.
  • Der Annehmende muss um wenigstens achtzehn Jahre älter sein als das anzunehmende Kind.

II. In der Person des Anzunehmenden
265.

  • Ist die anzunehmende Person urteilsfähig, so ist zur Annahme ihre Zustimmung notwendig.
  • Ist sie unmündig oder entmündigt, so kann, auch wenn sie urteilsfähig ist, die Annahme nur mit Zustimmung ihrer Eltern oder der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde erfolgen.

III. Bei verheirateten Personen
266.

  • Eine verheiratete Person kann ohne die Zustimmung ihres Ehegatten weder ein Kind annehmen noch als Kind angenommen werden.
  • Gemeinschaftlich kann ein Kind nur von einem Ehepaar angenommen werden.

B. Form
267.

  • Die Kindesannahme erfolgt auf Grund einer öffentlichen Urkunde mit Ermächtigung der zuständigen Behörde am Wohnsitz des Annehmenden und ist in das Geburtsregister einzutragen.
  • Die Behörde darf, auch wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorhanden sind, die Ermächtigung nur dann erteilen, wenn der Annehmende dem Kinde Fürsorge und Pflege erwiesen hat oder andere wichtige Gründe vorliegen und dem Kinde aus der Annahme kein Nachteil entsteht.

C. Wirkung
268.

  • Das angenommene Kind erhält den Familiennamen des Annehmenden und wird diesem gegenüber erbberechtigt, ohne die bisherige Erbberechtigung zu verlieren.
  • Die elterlichen Rechte und Pflichten gehen auf den Annehmenden über.
  • Über die elterlichen Vermögensrechte und das Erbrecht können vor der Annahme mit öffentlicher Urkunde beliebige Abweichungen von den Bestimmungen über die Rechtsstellung eines ehelichen Kindes vereinbart werden.

D. Aufhebung
269.

  • Die Kindesannahme kann mit beidseitiger Zustimmung und unter Beobachtung der bei ihrer Begründung zu befolgenden Vorschriften jederzeit aufgehoben werden.
  • Sie wird durch den Richter aufgehoben auf Begehren des angenommenen Kindes, wenn es wichtige Gründe geltend macht, und auf Begehren des Annehmenden, wenn er gegenüber dem Kinde einen Enterbungsgrund hat.
  • Die Aufhebung beseitigt jede künftige Wirkung bei Kindesannahme und ist unwiderruflich.

Adoptionsgesetz AB 1. APRIL 1973

Am 12. Mai 1971 hat der Bundesrat seine Botschaft zur Änderung dieses "alten Adoptionsrechts" veröffentlicht. Darin hat er festgehalten: "Zentrales Erfordernis der neuen Adoption ist […], dass sie dem Wohl des Kindes diene."

Die bisher schwache Form der Adoption wurde deshalb im Interesse des Adoptivkindes in Richtung einer Volladoption verstärkt;

der Begriff der "Kindesannahme" wurde im ZGB nun durch "Adoption" ersetzt. vgl. Art. 264-269 ZGB (Fassung neu, gültig seit 1.4.1973).

In seiner Dissertation zum damals neuen und bis am 31.12.2017 gültigen Adoptionsrecht skizzierte Rolf Eichenberger 1974 das Spannungsfeld zwischen den verschiedenen Interessen bei der Neuformulierung so:

"Dem Wohl des Kindes stehen die Interessen der leiblichen Eltern gegenüber. In vielen Fällen der Adoptionen liegen sie in einem Spannungsverhältnis zueinander. Für den Gesetzgeber war es schwierig, sich in diesem Feld zurechtzufinden und die beiden Pole richtig aufeinander abzustimmen."

Es galt, das Kindeswohl bestmöglich zu wahren, ohne die Interessen der Eltern, vor allem der meist unehelichen Mutter, zu stark einschränken zu müssen. Der Schutz der Elternrechte zeigt sich darin, dass die Adoption grundsätzlich der Zustimmung von Vater und Mutter bedarf. Der Gesetzgeber behielt ebenfalls die Elterninteressen im Auge, als er eine Sperrfrist von sechs Wochen seit der Geburt des Kindes zur Abgabe der Zustimmung und deren Widerruflichkeit innert der gleichen Frist seit ihrer Entgegennahme statuierte. Er wahrte andererseits die Kindesinteressen, indem er die Zulässigkeit der Inkognitoadoption und des Blankoverzichts ausdrücklich im Gesetz verankerte.

Das nun stärker gewichtete Kindswohl schmälert seit dem 1. April 1973 die Rechte der leiblichen Eltern des adoptierten Kindes, und zwar insbesondere in Bezug auf das Adoptionsgeheimnis und das Besuchsrecht.

Stand, Juni 2014

Aktualisiert 5. Januar 2018