WARUM DER TITEL »NIEMANDSKINDER«

 

Niemandskind ist ein Begriff, für ein Kind, dessen Eltern unbekannt sind, sodass es niemandes Kind ist.

Der Staat kommt für Niemandskinder auf.

Eine Adoption macht Sinn, weil das Kind zu einer Familie, der Adoptionsfamilie dazu gehört.

Doch was geschieht, wenn die Adoptiveltern, aus wesen Grund auch immer, das angenommene Kind nicht mehr wollen?

Das Kind wird erneut zum Niemandes Kind.

Ich bin ein Niemandskind!

SIE WOLLEN ERST NOCH EIN BISSCHEN ÜBER MICH ERFAHREN? GERNE ...

Lisa Broennimann
Lisa Brönnimann

Mein Name ist LisaYolanda, aber alle nennen mich Lisa. Gebürtige Schweizerin mit französisch/italienischen Wurzeln. 

Ich hatte keinen einfachen Start ins Leben. Gleich nach der Geburt nahm man mich meiner Mutter, die Geschieden war, weg. Weil ihr Liederlichkeit, Arbeitsscheu und lasterhafter Lebenswandel vorgeworfen wurde.

Aufgewachsen an verschiedenen Orten im Kanton Bern, lernte ich von klein auf nur eines, eine Haushaltung penibel in tatellosem Zustand zu halten. Geborgenheit, Liebe, oder Hoffnung, kannte ich nicht, dafür Angst, Wut, Einsamkeit und was es heisst Durchzuhalten und zu Überleben.

An meinem 20. Geburtstag war ich sozusagen Vogelfrei und durfte meinen eigenen Weg gehen, der ziemlich Steinig war. Vom wirklichen Leben, wie den Lebensunterhalt zu Finanzieren, dem Paartner zu vertrauen, oder Kindererziehung, hatte ich keine Ahnung. Und so ergab sich ein Problem nach dem anderen. Dazu kamen noch Gesundheitliche probleme, Trauma und Depression.

 

Ich habe sehr lange geschwiegen, auch vor meinem Ehemann! Dass die Mutter und auch schon die Grossmutter, selber Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen wurden, erfuhr ich 1999 vom Anwalt, der im Auftrag meiner Mutter, nach mir suchte. Im Jahr 2000 traff ich Mutter zum ersten mal. Wir blieben uns fremd und so blieb es bei ein paar Treffen. Erst 2014 kurz vor Mutters Tod, konnte ich Rosina als meine Mutter annehmen und öfters besuchen.

 

Hauptberuflich (40%) arbeite ich für und mit körperlich und geistig Behinderten zusammen, in der Sensler Stiftung für Behinderte.  Was mir viel Freude und jeden Tag eine Bereicherung bringt. Nebenbei erfülle ich mir einen lang gehegten Wunsch. Die Ausbildung zum Peer - EX IN Bern: Beteiligung von Experten durch Erfahrung

Das Thema Adoption betrifft mich nicht nur, ich setze mich seit 16. Jahren für die daraus entstandenen Folgen im Erwachsenenalter ein. Was das Kernstück meiner Arbeit ist. Ehrenamtlich begleite ich Opfer, die durch Adoption Missbrauch erlitten. Als Mitglied der beratenden Kommission für Opfer von FSZM vor 1981 kann ich für die Anliegen der Opfer, meine Stimme verleihen und bei Gemeinden, Kanton und Bund Stellung nehmen.

 

Hätte mir früher jemand gesagt, dass ich ein Buch schreibe, ich hätte gelacht! Die Anfrage des Bastei Lübbe Verlag hat mich angesprochen. Autorin Ulrike Renk brachte nicht nur Satzstellung und Grammatik ins reine. Sie war da, wenn ich Nächte durchweinte. Das Buch zu schreiben war wie eine Verarbeitung. Es ist das Persönlichste und Tiefste was ich je in meinem Leben preisgegeben habe.

 

Der Stempel, der Bastard von einer Hure zu sein, haftete bis ins erwachsenen Alter an mir.  Im Handeln und Denken war ich blockiert. Ich habe nichts studiert ausser das Leben, aber auf diesem Weg bin ich Profi geworden für viele Dinge, was eine Adoption begleitet. Ein einzigartiger Veränderungsprozess fand in mir statt. Etwa der eigenen Überzeugungen, Werte, Gefühle und Ziele, öffnet neue Perspektiven.

Durch meine eigene Betroffenheit kann ich für andere Betroffene eine Vorbildfunktion darstellen. Ihnen Mut und Zuversicht geben, sich auf den eigenen Genesungsprozess einzulassen.  Manchmal möchte man sich dabei eben lieber mit Gleichgesinnten austauschen, anstatt sich von Fachleuten analysieren zu lassen.  Ich spreche die gleiche Sprache wie andere Beroffene und Reflextiere meine Erfahrungen und teile das Erfahrungswissen mit, auf gleicher Augenhöhe. 

Deshalb habe ich mir vorgenommen, Ihnen zu helfen, wenn Sie nicht wissen an wenn Sie sich wenden sollen. Wenn Sie selber Adoptiert sind und den Austausch unter Gleichgesinnten möchten. Wenn Sie den Kontakt zu ihrem Kind suchen. Vielleicht ihr Kind zur Adoption freigeben wollen, oder Adoptieren möchten. Wenn sie ein paar Empfehlungen auf ihrem Weg brauchen, sei es als Adoptivkind, als leibliche Mutter, resp. Vater, als Adoptiveltern, sowie interessierte am Thema Adoption.

JAHRESZAHLEN

·         2001 - 2004 Einzel Kämpferin

·         2004 wurde auf meine Initiative hin, der Verein Verwaiste Eltern und erwachsene Adoptierte gegründet

·         2006 Mitglied - Parlamentarische Arbeitsgruppe - Adoptionsgeheimnis

·         2006 Politischer Vorstoss - Motion Adoptionsgeheimnis

·         2009 - 2013 Vize-Präsidentin - Zwangsadoption-Schweiz

·         2011 - 2013 Teilnahme an Sitzungen im EJPD – Vertretung Adoptionsopfer

·         2012 - 2014 Aktuarin - Verein Netzwerk-Verdingt

·         April 2012 Mitgründerin, Verein Fremdplatziert - Sitz in Fehraltorf

·         2013 - 2017 Präsidentin - Zwangsadoption-Schweiz & missglückte Adoption  

·         2013 - 2016 Sprachrohr für Opfer von Zwangsadoption & Adoptierte die Missbrauch erlitten - Runder Tisch für Opfer von FSZM vor 1981

·         2014 Projektleitung Solidaritätsmarsch Bern – Genf UNO

·         2014 Mitglied - Initiativkomitee der Wiedergutmachungsinitiative 

·         2015 Projektleitung »Ausstellung Niemandskinder - Wir brechen das Adoptionstabu«

·         2016 Vernetzerin+, Gemeinsam in der Gemeinde, Kanton Fribourg

·         2017 - 2021 Mitglied - zuständige Behörde und ihre beratende Kommission für Opfer von FSZM vor 1981

 

·         2018 - 2019 Weiterbildung EX IN Bern

 

MEINE BISHERIGE MEDIENPRÄSENZ


WENN ELTERN IN DER LAGE GEWESEN WÄREN ZU REDEN, HÄTTE DIE WORTLOSE, ABER NICHT BEWUSSTE WEITERGABE DES BELASTENDEN NICHT STATTGEFUNDEN

Das Schicksal meiner Vorfahren besiegelte mein Schicksal und das meiner Halbgeschwister

Aktualisiert am 1. September 2017